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Sie sind schwarz, weiß, gelb, oder rot.
Christinnen, Hindus, Muslima, Buddhistinnen, Jüdinnen oder
ohne Bekenntnis.
Geboren im Iran, in Nepal, Estland, China, Uganda, Neuseeland, Chile,
USA, Südafrika, Pakistan, Kanada, Japan, Mittel-, Nord- und
Südeuropa.
Was sie verbindet ist was sie tun: sie alle gehen dem tatsächlich
ältesten Gewerbe der Welt nach, sie sind
Hebammen. Und damit teilen sie
ein sehr spezifisches Erlebnis, Geburt ist ihr Alltag.
Doch selbst wenn es sich um ein noch so archaisches Phänomen
handelt, bei dem der biologische Vorgang immer derselbe ist, unterscheiden
sich die Erfahrungen drumherum ganz wesentlich.
Und genau über diese Abweichungen gewinnen wir einen Einblick
in essentielle Merkmale (Umgang mit Tod, Zeit, Ritualen und Glauben),
die eine Kultur prägen.
In den Interviews beziehen die Frauen Stellung zu Themen wie :
Familienplanung und Abtreibung
im jeweiligen Herkunfts-land,
ungleiche Beurteilung der Geschlechter,
persönliche Geburtserfahrungen
,
Sexualität und Tod,
politisches Engagement,
sowie den Auswirkungen der Mädchenverstümmelung
in Afrika.
Sie erzählen, warum Frauen aus gesellschaftlich
höheren Schichten geburtshilflich oft benachteiligt werden,
wo Kinder in welchen Stellungen
geboren werden und
welche Zusammenhänge zwischen frühkindlichem sexuellen
Mißbrauch und dem vermehrten Wunsch nach einer Betäubung
unter der Geburt besteht.
Eine Hebamme, die während der Militärdiktatur Pinochets
in Chile ein Jahr in einem Konzentrationslager
interniert war, berichtet Geburten in Gefangenschaft.
Es wird deutlich, wie die Art der Geburtshilfe, die in einem Land
praktiziert wird, die Position der Frau in dieser Gesellschaft prägt.
Und vice versa, wie Frauen durch ihre spezifische Geburtserfahrung
Selbstvertrauen gewinnen oder sie entmutigt werden.
Je stärker der politische Einfluß
von Frauen in verschiedenen Systemen, umso humaner sind jedenfalls
die Bedingungen, die Frauen in diesem ihrem geschlechtspezifischsten
Lebensbereich vorfinden.
Nicht zufällig wurde auch in Österreich ein Gesetzesentwurf,
der die Involvierung von Hebammen in die Schwangerschaftsbetreuung
vorsah, vereitelt, nachdem der Herr Frauenminister dagegen ein Veto
einlegte.
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