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Diagonale:
Pressemeldung, Diagonale Festival des österreichischen Films
März 2003
"midwives - Geburt und Frauenrechte, 23 Hebammen aus 17 Ländern berichten"
Regie: |Karin Berghammer|
A/NL/Philippinen 2002
Hebammen aus allen Kontinenten erzählen über ihre Tätigkeit
als Geburtshelferinnen. Aus ihren sehr unterschiedlichen Schilderungen
lassen sich auch historische, ökonomische und politische Zusammenhänge
ablesen. Der Film verbindet Themen wie Tradition, Emanzipation und
Selbstbestimmung und entwirft damit auch ein Bild des Status der
Frau in diversen Gesellschaften.Dokumentarfilm
60 min.
Beta SP
OmU
Hebammenforum (Ausgabe Mai 2003)
Wie denkt wohl eine Hebamme aus Pakistan über Abtreibung? Welchen
Stellenwert hat das Geschlecht des Kindes in China? Wie sieht eine
Chilenische Hebamme die Sektiorate in ihrem Land? Die Neugier auf
die Antworten zu diesen Fragen ist wohl mit ein Grund, warum internationale
Hebammenkongresse bei deutschen Kolleginnen eine magische Anziehungskraft
haben, und sie , wie auch viele Hebhammen aus anderen Ländern,
keine Kosten und Mühen scheuen, sich auf solch einem Kongress
wie letztes Jahr in Wien zu treffen und kennen zu lernen.Aber nicht
immer findet der Kongress in einem für deutsche Hebammen so
nahen Land wie Österreich statt- und oft fehlen eben doch Zeit
und Geld.
Die österreichische Hebamme und Filmemacherin Karin Berghammer
hat nun einen Film herausgebracht, der diese Neugier auf für
uns fremde Arbeits- und Lebenswelten auf wunderbare Weise befriedigt.
Sie hat sich die Zeit genommen, Hebammen aus 17 verschiedenen Ländern
(unter anderem Nepal, Uganda, Chile, Estland, Sudan,Tschechien,
Iran) zu interviewen. Die Frauen antworten ihr anschaulich, lebendig
und offen auf Fragen zu Themen wie Fruchtbarkeit, Abtreibung, Geburtsorte,
Schmerzmittel, Geburtspositionen und viele mehr.
Die Zuschauerin ist fasziniert von den intensiven Schilderungen
der Kolleginnen, denen sie plötzlich so nahe sein kann. Der
Film macht transparent, wie vielfältig Hebammenarbeit ist und
welchen kulturellen und gesellschaftlichen Einflüssen auch
diese Arbeit unterliegt.
Karin Berghammer ist es gelungen, mit einer Komposition aus Interviews,
Bildern und Musik eine Athmosphäre zu schaffen, die einen gefangen
nimmt.
Katharina Kerlen-Petri, Berlin
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Schweizer Hebamme( Ausgabe 2/2003)
In diesem Video lässt Karin Berghammer Hebammen aus 23 verschiedenen
Ländern zu Wort kommen. Sie äussern sich zu ganz unterschiedlichen
Themen bezüglich Schwangerschaft und Geburt und beschreiben,
wie ihre eigene Kultur die Art und Weise, wie Frauen gebären,
beeinflusst. Es wird gesprochen über genitale Verstümmelung
und deren Auswirkungen auf die Geburt,über das Gebären
in Konzentrationslagern, aber auch über die Magie der Geburt.
Die Hebammen lassen die Zuschauerin teilhaben an persönlichen
Erlebnissen, ihrem Glauben und Aberglauben. Sie erzählen auch
von ihrer Aufbauarbeit, um politisch mehr Unterstützung und
Anerkennung zu bekommen. So ist ein bunter Reigen von Geschichten
und Gedanken zusammengekommen, ein farbiges Zeitdokument.
Ein wunderbarer, aber nahrhafter Film ist entstanden, der eine Stunde
volle Konzentration abverlangt, denn die Technik ist eher schlecht
und die Nebengeräusche sind, da die Aufnahmen mitten im Stadtverkehr
gedreht wurden, erheblich. Zudem kann es auch für mit der englischen
Sprache nicht so Versierte schwierig sein, die verschiedenen Akzente
zu verstehen. Eine ruhige Umgebung beim Anschauen ist also empfehlenswert.
Trotzdem finde ich, daß der Film, in einer Gruppe angeschaut,
viel intensiver wirken kann und Zwischenkommentare, Austausch und
Gefühlsausbrüche sehr wichtig sind.
Ich bin jedenfalls auch nach dem dritten Hinsehen berührt und
begeistert und nehme gerne die vielen kleinen Botschaften aus aller
Welt mit in meinen Alltag.
Zuzka Hofstetter, Hebamme
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Österr.Hebammenzeitung / 2002:
In diesem Film sind Interviews mit Hebammen zu sehen, die
in den Jahren 1999 bis 2002 von Karin Berghammer geführt wurden.
Sie hat allen Interviewpartnerinnen ähnliche Fragen gestellt
wie: In welcher Position gebären Frauen, sind Abtreibungen
erlaubt, werden neugeborene Mädchen und Buben gleich wertgeschätzt,
wie hoch ist die Kaiserschnittrate?" Die Antworten erge-ben
einen sehr guten Überblick über die unterschied-lichen
Bedingungen und Praktiken von Hebammenarbeit auf der Welt. Im Gegensatz
zur wissenschaftlichen Literatur ermöglicht der Film aber eine
viel lebendigere Zugangsweise; es ist immer klar, dass die subjektive
Haltung der Interviewpartnerin einfließt in die Informa-tion,
die sie vermittelt.
Viele drücken aus, was ihnen Sorge bereitet, dass es Veränderungen
gegeben hat, dass sie Neues dazu gelernt haben und gestehen auch
Fehler ein.
Die Hebammen ermöglichen einen Zugang zu Fakten, die man/frau
sonst kaum erfährt, wie die durchschnitt-liche Sectiorate in
China oder den Anteil der Haus-geburten in Neuseeland. Die für
mich berührendste Geschichte erzählte Delia Veraguas,
eine chilenische Hebamme. Sie war 1975/76 während der Militärdiktatur
im Konzentrationslager und hat dort innerhalb eines
Jahres drei Frauen bei der Geburt betreut. Ihre Augen glänzen
als sie erzählt: Wir hatten nichts, keinerlei medizinische
Ausrüstung, nichts. Und doch waren dies die schönsten
Geburten, die ich begleitet habe. Wir hatten nur unsere Liebe und
unseren Respekt."
Manche Sätze hallen lange nach: Women labour like they live,
and the essence of who they are is gonna manifest itself even more
so in labour."
Ich finde es ein bisschen schade, dass die kurzen Einblendungen
von Fotos und Videosequenzen zwischen den Themen- und Interviewblöcken
nicht betitelt sind, weil ich so neugierig bin. Ich vermute jedoch,
die Einblendungen sind bewusst so gemacht, einfach nur als Bilder,
Blitzlichter.
Es sind sehr gelungene Portraits von starken Frauen. Frauen, die
dem Motto es Internationalen Hebammen-kongresses in Wien gerecht
werden, zu dessen Auftakt auch einige Szenen aus dem Video zu sehen
waren. Midwives together with women", die zur "family
of the world" beitragen.
Das Englisch ist übrigens sehr gut zu verstehen, obwohl es
für die meisten eine Fremdsprache ist. Zum Ausklang ist es
schön, die Frauen noch in ihrer Muttersprache sprechen zu hören.
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